Bildung und Schulen
in Frankreich



 

Eltern, die mit Kindern nach Frankreich ziehen, werden sich darüber freuen, dass im Allgemeinen ein hoher Bildungsstandard geboten wird. Es gibt eine Reihe von Auswahloptionen, wie öffentliche, private, zweisprachige und internationale Schulen. Letztendlich müssen die Eltern die Sprachbarriere, die Kosten und den Lehrplan berücksichtigen, wenn sie entscheiden, welche Art von Schule für ihr Kind am besten geeignet ist. 

Das Bildungswesen in Frankreich ist zentralisiert, wobei die meisten öffentlichen und privaten Schulen dem nationalen Lehrplan folgen, der vom französischen Bildungsministerium festgelegt wird. 

In Frankreich besteht für Schüler zwischen sechs und 16 Jahren eine Schulpflicht, aber Eltern melden ihre Kinder oft schon im Alter von zwei Jahren in einer maternelle (Kindergarten, Kindertagesstätte) an. Die Schüler verbringen dort in der Regel zwei oder drei Jahre, bevor sie eine weiterführende Schule besuchen.

Eltern, die einen Wohnsitz in Frankreich nachweisen können, dürfen ihr Kind kostenlos auf eine öffentliche französische Schule zu schicken. 

Für ältere Kinder ist dies jedoch nicht die beste Option, da die Unterrichtssprache an den meisten öffentlichen Schulen Französisch ist. Viele ausländische Eltern entscheiden sich jedoch dafür, die Vorteile der kostenlosen Schulbildung zu nutzen, indem sie ihre jüngeren Kinder in einen lokalen Kindergarten bzw. eine lokale Kindertagesstätte schicken. In einem jüngeren Alter können die Kinder die Sprachbarriere leichter überwinden und es gibt weniger pädagogische Anforderungen. 

Der Besuch einer öffentlichen Schule erfolgt nach entsprechenden Einzugsgebieten und Eltern im Ausland werden feststellen, dass die Schulstandards von einem Viertel oder einer Stadt zur nächsten unterschiedlich sein können. Einige öffentliche Schulen, vor allem in international orientierten Städten, bieten einen speziellen Lehrplan an, der auf nicht-französischsprachige Schüler zugeschnitten ist, bekannt als Section International. Ziel dieses Lehrplans ist es, Schüler schließlich in das französische System einzubinden. 

Privatschulen in Frankreich sind entweder staatlich oder privat finanziert. Sie haben in der Regel kleinere Klassen, eine individuellere Betreuung, bessere Einrichtungen und Lehrkräfte. Die meisten Privatschulen in Frankreich sind katholisch, daher umfasst der Lehrplan ein auf dem katholischen Glauben basierendes Wertesystem. 

Französisch ist die primäre Unterrichtssprache in den meisten Privatschulen. Eltern werden jedoch feststellen, dass in diesem Bereich mehr bilinguale Optionen angeboten werden als im öffentlichen Schulsystem. Privatschulen haben auch eher besser etablierte Programme, um nicht-französische Schüler zu unterstützen. 

Die Aufnahmebedingungen und Studiengebühren der Privatschulen in Frankreich sind sehr unterschiedlich. Ein Wohnsitznachweis ist in der Regel nicht erforderlich, aber einige Schulen können frühere Schulzeugnisse und Aufnahmeprüfungen verlangen. Die Gebühren für privat finanzierte Schulen sind deutlich höher als die der staatlich geförderten Schulen.

Trotz der hohen Kosten für Studiengebühren bieten internationale Schulen die beste Option für Eltern, die ihren Kindern im Ausland einen reibungslosen Übergang ermöglichen möchten, oder für Eltern, die keinen langen Aufenthalt in Frankreich planen. Diese Schulen sind auch am besten geeignet für Schüler, die in ihrem Heimatland eine Universität besuchen möchten.  

Die meisten internationalen Schulen in Frankreich befinden sich in den großen Wirtschaftszentren wie Paris. Diese Schulen unterrichten häufig in der Sprache und nach dem Lehrplan ihres Heimatlandes oder folgen dem Lehrplan des International Baccalaureate (IB) und unterrichten in der englischen Sprache. 

Die Unterrichtsstandards an internationalen Schulen in Frankreich sind außergewöhnlich gut und die Schüler haben Zugang zu ausgezeichneten Einrichtungen sowie einer breiten Palette an außerschulischen Aktivitäten. Wenn Kinder eine internationale Schule besuchen, können Eltern auch Kontakte zu anderen ausländischen Familien in der Umgebung knüpfen. Dadurch wird häufig der Übergang in das Leben an einem neuen Ort erleichtert.