Kenya

Das Gesundheitswesen in Kenia

Kenia ist aufgrund seiner schönen Landschaft, der großartigen Tierwelt und der ganzjährig hohen Temperaturen ein beliebtes Ziel für Expats, die eine einzigartige Lebenserfahrung in Afrika suchen. In den letzten Jahren hat sich das Gesundheitssystem des Landes dramatisch verbessert, aber es gibt immer noch eine Reihe von Problemen, die für eine Gesundheitsversorgung in Kenia zu beachten sind.

Das kenianische Gesundheitssystem lässt sich in drei Kategorien einteilen. Öffentliche Anbieter, private Non-Profit-Organisationen (einschließlich glaubensbasierter und Missionskrankenhäuser, sowie lokaler und internationaler NGOs) und private, gewinnorientierte Anbieter von Gesundheitsleistungen.

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Die von der Regierung finanzierte öffentliche Basisgesundheitsversorgung wird in primären Gesundheitszentren und Apotheken angeboten. Die staatliche Pharmakette KEMSA versorgt die staatlichen Apotheken mit Medikamenten und medizinischem Bedarf.  Diese werden in der Regel von Pflegekräften geleitet und verwaltet. Die öffentlichen Gesundheitszentren bieten kostenlose Dienste für einfache Erkrankungen wie Erkältung und Grippe, unkomplizierte Malariafälle und kleinere Hautkrankheiten. Patienten mit Erkrankungen, die nicht von Pflegekräften behandelt werden können, werden an Kliniken und Krankenhäuser überwiesen.

Auch wenn Expats nicht daran gehindert werden, die öffentliche Gesundheitsversorgung zu nutzen, liegt der Standard weit unter dem, den sie gewohnt sind.  Expats, die in Kenia leben, werden feststellen, dass die öffentlichen Gesundheitsprogramme und -einrichtungen in der Regel unterbesetzt, schlecht ausgestattet und unzureichend versorgt sind. Nairobi und nördlich von Nairobi gibt es die besten öffentlichen Gesundheitseinrichtungen, während sie im Nordost rückständig sind.

Der private Gesundheitssektor in Kenia hat in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen. Privatkliniken mit unterschiedlichem Standard gibt es in den meisten größeren Städten, auch in den Badeorten an der Küste wie Diani und Malindi. Private Krankenhäuser gibt es vor allem in Nairobi, einige wenige auch in Mombasa.

Das private AGA-Khan-Universitätskrankenhaus in Nairobi bietet ein hohes Versorgungsniveau und ist bei Expats sehr beliebt. Expats sollten sich jedoch darüber im Klaren sein, dass die private Gesundheitsversorgung in Kenia ohne eine umfassende Krankenversicherung kostspielig sein kann.

Das kenianische Gesundheitssystem hat mit Problemen mit minderwertigen und gefälschten Medikamenten zu schaffen. In großen Städten gibt es eine Menge kleiner Apotheken am Straßenrand. Diese sind zwar billiger als große Ketten, die an renommierte Krankenhäuser angeschlossen sind, haben aber auch häufiger Probleme mit gefälschten Medikamenten. Zudem ist ihr Personal wahrscheinlich nicht geschult oder qualifiziert genug, um eine fundierte medizinische Beratung zu geben.

Die meisten verschreibungspflichtigen Medikamente sollten in Kenia erhältlich sein. Da die Markennamen jedoch in jedem Land unterschiedlich sein können, ist es immer sinnvoll, sich die generischen Bezeichnungen von Medikamenten zu merken. Es ist unwahrscheinlich, dass bei der Einfuhr von verschreibungspflichtigen Medikamenten nach Kenia größere Probleme auftreten werden. Expats wird empfohlen, die Originalverpackung und eine Kopie der Verschreibung bei sich zu haben.

In Kenia gibt es eine Reihe von Gesundheitsrisiken. Krankheiten oder Vieren, die von Moskitos übertragen werden, wie Gelbfieber, das Zika-Virus und Malaria, sind weit verbreitet. Das Risiko, sich mit Malaria anzustecken, ist in den ländlichen Teilen Kenias höher, so dass bei längeren Aufenthalten in diesen Gegenden Vorsichtsmaßnahmen wie eine Malariaprophylaxe und die Verwendung von Insektenschutzmitteln getroffen werden müssen.

In bestimmten Regionen können auch die Höhenkrankheit oder hitzebedingte Beschwerden ein Risiko darstellen. Expats sollten darauf achten, ausreichend Wasser zu trinken und sich nicht zu sehr der Sonne auszusetzen. Wenn man sich Sorgen um die Lebensmittelsicherheit macht, ist es am besten, kein Leitungswasser zu trinken und keine Lebensmittel zu essen, die nicht pasteurisierte Milchprodukte enthalten.

Routineimpfungen werden empfohlen, ebenso wie zusätzliche Impfungen gegen Polio, Tollwut und Hepatitis, besonders wenn ein längerer Aufenthalt in ländlichen Gebieten geplant ist.  Außerdem ist es wichtig, sich vor einem Umzug nach Kenia gegen Gelbfieber impfen zu lassen und die Impfbestätigung bei Reisen ins und aus dem Land mitzuführen.

Die Notdienste in Kenia sind begrenzt und weitgehend unzuverlässig. Die Reaktionszeiten der Krankentransporte sind in der Regel lang, da nicht viele Rettungsfahrzeuge zur Verfügung stehen. Selbst wenn sie verfügbar sind, sind die kenianischen Krankenwagen nicht immer nach den für Expats gewohnten Standards ausgestattet.

Einige ernsthafte gesundheitliche Probleme erfordern eine medizinische Überführung. Dies kann sehr kostspielig sein und sollte Teil des Krankenversicherungsschutzes sein.

Die medizinische Notrufnummer in Kenia lautet 999 und wird von englischsprachigen Mitarbeitern beantwortet. Für den Notfall sollten Expats auch die Kontaktdaten der nächstgelegenen Botschaft oder des Konsulats zur Hand haben.