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 Was sind Affenpocken?
 Muss ich mir Sorgen machen?

13. Juni 2022

Affenpocken sind eine Virusinfektion, die typischerweise in West- und Zentralafrika in der Nähe von tropischen Regenwäldern auftritt. Sie wurden zuerst 1958 bei Affen in einem dänischen Forschungslabor entdeckt, daher der Name „Affenpocken“. Der erste Fall beim Menschen trat 1970 bei einem Kind in der Demokratischen Republik Kongo auf.

Affenpocken ähneln den Pocken, die Infektion ist jedoch weniger schwerwiegend und nicht so ansteckend. Es gibt zwei Varianten des Virus – eine mildere Variante aus Westafrika und eine gravierendere Variante aus Zentralafrika.

Die Gesundheitsbehörden in Europa, den USA und Australien untersuchen den kürzlichen Ausbruch von Fällen der Affenpocken. Gesundheitsexperten zufolge scheint es sich bei dem aktuellen internationalen Ausbruch um die Variante aus Westafrika zu handeln. 

Der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zufolge besteht derzeit nur ein niedriges Risiko für die Öffentlichkeit. Daher ist die Wahrscheinlichkeit einer weit verbreiteten Übertragung sehr gering und die meisten Menschen erholen sich vollständig innerhalb von zwei bis vier Wochen. Allerdings können Affenpocken bei Kindern, schwangeren Frauen oder Menschen, deren Immunsystem aufgrund von Krankheit oder bestimmten Behandlungen geschwächt ist, einen schweren Verlauf der Infektion auslösen.

Die Symptome bei Affenpocken sind ähnlich, aber milder als die der Pocken. Der hauptsächliche Unterschied besteht darin, dass bei Affenpocken die Lymphknoten anschwellen (Lymphadenopathie), während dies bei Pocken nicht der Fall ist.

Das typische Symptom bei Affenpocken ist ein ausgeprägter juckender Ausschlag, der sich später zu Bläschen entwickelt. Dieser Ausschlag kann sehr stark jucken und schmerzen. Er verändert sich und durchläuft verschiedene Stadien, bevor sich schließlich Schorf bildet, der später abfällt. Die Verletzungen (Läsionen) können vernarben.

Häufig beginnt der Ausschlag im Gesicht und breitet sich dann auf andere Körperteile aus, vor allem auf die Handflächen und Fußsohlen. Er tritt in der Regel zwei bis vier Tage nach den anderen Symptomen auf. 

Zu den frühen Anzeichen von Affenpocken gehören grippeähnliche Symptome, z. B. :

  • Fieber
  • Schüttelfrost
  • Kopfschmerzen
  • Rückenschmerzen
  • Muskelschmerzen
  • Müdigkeit
  • Geschwollene Lymphknoten

Den Centers for Disease Control and Prevention (CDC) zufolge beträgt die Inkubationszeit für Affenpocken – von der Ansteckung bis zum Auftreten von Symptomen – in der Regel 7–14 Tage, kann sich aber auch auf 5–21 Tage erstrecken.

Der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zufolge, breiten sich Affenpocken nicht leicht unter Menschen aus. Experten sagen, dass die Bedrohung nicht mit der Corona-Pandemie vergleichbar ist. In der Regel werden Affenpocken durch engen Kontakt mit einer infizierten Person oder einem Tier über große Tröpfchen aus der Atemluft oder über Hautkontakt übertragen.

Die Infektion kann auch indirekt über den Kontakt mit kontaminierter Kleidung oder Bettwäsche übertragen werden. Bisher wurde die Erkrankung nicht als sexuell übertragbare Krankheit bestätigt, kann aber durch direkten Kontakt beim Geschlechtsverkehr übertragen werden.

Derzeit gibt es keine bewährte Behandlung für eine Infektion mit Affenpocken, aber die Erkrankung klingt normalerweise von selbst wieder ab. Alle, die schwer an Affenpocken erkranken, können mit antiviralen Medikamenten behandelt werden, die auch zur Behandlung von Pocken zum Einsatz kommen. Wer vermutet, an Affenpocken erkrankt zu sein, sollte sich isolieren und einen Arzt aufsuchen.

Nach Angaben der WHO werden zurzeit wissenschaftliche Studien durchgeführt, um die Durchführbarkeit einer Impfung zur Vorbeugung und Bekämpfung der Affenpocken zu untersuchen. Einige Länder haben Maßnahmen ergriffen bzw. sind dabei, Maßnahmen zu entwickeln, um möglichen Risikogrupppen wie Laborpersonal, Personal im Krisenmanagement und Beschäftigten im Gesundheitswesen einen Impfstoff anzubieten.